Die Enwicklung von neuen Verfahren ist meist verbunden mit umfangreichen und aufwendigen Versuchen im Labor- oder Pilotmassstab. Die Analyse der mit grossem Aufwand gewonnen Versuchsdaten kann äussert schleppend sein, da Berechnung von Schlüsselzahlen aufgrund der grossen Datenmengen erschwert wird.
Bei der Entwicklung eines neuen Verfahrens im Stahlbereich wurde vom Kunden eine Pilotanlage betrieben. Neben der Online-Erfassung von 200 Messgrössen wurden zusätzlich Proben aus der Versuchsproduktion entnommen und im Labor mit unterschiedlichen Verfahren analysiert. Erste Versuch hatten bereits gezeigt, dass eine manuelle Auswertung aller Versuchsdaten konventionellen Mitteln (z.B. Excel) langwierig und fehlerträchtig sein würde. Als besondere Herausforderung empfanden die Betreiber den Mix aus Online-Daten des Leitsystems und Offline-Daten aus dem Labor.
In enger Kooperation mit dem Kunden wurde daher Softwaretools entwickelt, welches den umfangreichen Datenbestand vollautomatisch verarbeiten. Die umfasst folgende Teilaspekte:
- Datamart
- Vorverarbeitung der Daten (Eliminierung von Messfehlern, Filterung)
- Massenbilanzierung
- Energiebilanzierung
- Stoffbilanzierung
- Berechnung von Schlüsselzahlen (KPIs)
- Reporting von Versuchen und Kampagnen
- Schnittstellen zum Datenimport und -export
- HMI
Eine stark vereinfachtes Schema ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Architektur der automatisierten Versuchsdatenauswertung
Dem grossem Umfang dieses Projektes stehen als Nutzen mehrere entscheidende Faktoren gegenüber:
- Zeit- und Kostenersparnis im Umfang von mehreren Mannjahren
- Vermeidung von Routineauswertungen durch hochqualifizierte Wissenschaftler
- Eliminierung von Auswertungsfehlern durch Standardisierung und Automatisierung
- Portierbarkeit der Softwaremodule auf zukünftige Produktionsanlagen